Tamil und Dravidische Sprachen

In Tamil Nadu, dem südindischen Bundesstaat, wird Tamil gesprochen. Tamil gehört zu den so genannten dravidischen Sprachen. Insgesamt sind es rund 70 Millionen Menschen, die Tamil nicht nur in Tamil Nadu, sondern auch auf Sri Lanka als Muttersprache sprechen. Tamil ist nicht so stark vom Sanskrit beeinflusst worden, wie das bei den anderen dravidischen Literatursprachen der Fall ist. Im Gegenteil: Tamil verfügt über eine eigene Literaturgeschichte von mehr als 2000 Jahren. Die Sprache gilt als klassische Sprache ebenso wie als moderne – und das als einzige Sprache Indiens! Allerdings muss man sagen, dass sich die Schriftsprache sehr stark von der Umgangssprache unterscheidet, ähnlich, wie das in vielen anderen Sprachen der Fall ist, bei denen es die Schriftsprache (die Hochsprache) und die Umgangssprache (mit den Dialekten) gibt. Diese Situation wird als Diglossie bezeichnet.

Die Schriftsprache gilt als prestigeträchtig und wird vor allem dann eingesetzt, wenn öffentliche Reden zu halten sind, wenn Rundfunksendungen oder Texte veröffentlicht werden. Die Umgangssprache wird im normalen Alltag eingesetzt. Sie unterscheiden sich beide in Bezug auf Aussprache und Wortschatz voneinander. In der Umgangssprache werden zudem englische Lehnwörter benutzt, was in der Schriftsprache nicht der Fall ist. Dafür gibt es in der Umgangssprache einige Dialekte und es hat sich eine Art Standard-Umgangssprache entwickelt. Wer zum Beispiel als Übersetzer arbeiten möchte, muss mit diesen Besonderheiten bis ins kleinste Detail vertraut sein.

Insgesamt sind es rund 220 Millionen Menschen, die eine dravidische Sprache sprechen: die zweite große Sprachfamilie in Südasien. Tamil gehört dabei zum süddravidischen Zweig und ist nahe verwandt mit dem Malayalam, das sich aber erst viele Jahrhunderte später als eigene Sprache herausbildete. Auch Irula, Kota und Toda sind eng mit Tamil verwandt. Tamil gilt als wichtigster Vertreter seiner Sprachfamilie, obgleich sich die Sprache anhand der Sprecherzahl nur an zweiter Stelle befindet.                     

Seit Jahrtausenden wird Weihrauch als Heilmittel eingesetzt, so zum Beispiel in der aus Indien stammenden ayurvedischen Heilkunde. Auch die berühmte, in der katholischen Kirche als Heilige verehrte Hildegard von Bingen sah in Weihrauch eine wertvolle Medizin. Weihrauch hilft bei vielen Krankheiten, ihm wird insbesondere eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen und ist somit bei Entzündungen jedweder Art verwendbar. Bei Erkrankungen der Atemwege wie Husten und Schnupfen empfiehlt sich das Einatmen von Weihrauchdämpfen.